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Ist der Erschöpfungseffekt der Selbstkontrolle zuverlässig?

Ist der Erschöpfungseffekt der Selbstkontrolle zuverlässig?


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Obwohl viele Forschungen (Muraven, 1998) auf die Erschöpfung des Egos der Selbstkontrolle hingewiesen haben, behauptet ein kürzlich erschienener Artikel (Xu, 2014), dass sie den Erschöpfungseffekt nicht replizieren: beeinträchtigte Leistung bei nachfolgenden Aufgaben. Ist der Erschöpfungseffekt der Selbstkontrolle also zuverlässig?

Verweise

  • Muraven, M., Tice, D.M. & Baumeister, R.F. (1998). Selbstkontrolle als begrenzte Ressource: Regulatorische Erschöpfungsmuster. Zeitschrift für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie, 74(3), 774. http://dx.doi.org/10.1037/0022-3514.74.3.774
  • Xu, X., Demos, K.E., Leahey, T.M., Hart, C.N., Trautvetter, J., Coward, P.,… & Wing, R.R. (2014). Versäumnis, die Erschöpfung der Selbstkontrolle zu replizieren. PloS eins, 9(10), e109950. http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0109950

Kurze Antwort: Wir wissen es noch nicht genau, aber wir sollten es bald wissen.

Lange Antwort:

Über den Ego-Depletion-Effekt wurde viel geforscht. Die Wirkung wurde in vielen veröffentlichten Studien gefunden. Wie in APS Observer (2014) zitiert:

Eine aktuelle Metaanalyse ergab bei 198 Tests des Ego-Depletion-Effekts eine mittlere Effektstärke (d = 0,62) (Hagger, Wood, Stiff & Chatzisarantis, 2010).

Es gab jedoch einige Zweifel, ob diese Ergebnisse einen Publikationsbias widerspiegeln (nur Studien, die den Effekt gefunden haben, könnten veröffentlicht worden sein, solche, die keinen Effekt gefunden haben oder der umgekehrte Effekt möglicherweise in der "Aktenschublade" gelandet ist) oder schwache Methoden (kleine Proben).

APS-Beobachter (2014):

Trotz dieser Ergebnisse haben einige Forscher die Stärke des Ego-Depletion-Effekts in Frage gestellt. Eine kürzlich von Carter und McCullough (2013, 2014) durchgeführte Analyse deutet darauf hin, dass der Effekt recht gering oder vollständig ein Artefakt des Publikationsbias sein kann. Die Forscher führen Beweise an, dass viele Tests der Wirkung erheblich unterbewertet waren, was darauf hindeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, eine so große Anzahl signifikanter Effekte in der Literatur zu finden, unwahrscheinlich ist. Obwohl die Interpretation dieser Analysen in Frage gestellt wurde (Hagger & Chatzisarantis, 2014), ist es möglich, dass ein Publikationsbias die Größe des aus der Literatur ersichtlichen Effekts erhöht hat.

Aus diesem Grund hat das APS-Journal Perspectives on Psychological Science den Vorschlag für ein groß angelegtes Replikationsprojekt unter der Leitung von Alex O. Holcombe und Martin S. Hagger angenommen.

APS-Beobachter (2014):

Durch die Verwendung vorregistrierter Replikationen in mehreren Labors wird dieses [Projekt] eine präzise, ​​objektive Schätzung des Ausmaßes des Ego-Depletion-Effekts ermöglichen.

Weitere Details zum Projekt finden Sie auf seiner Website zum Open Science Framework.

Verweise

Carter, E.C., & McCullough, M.E. (2013). Ist die Erschöpfung des Egos zu unglaublich? Beweise für die Überschätzung des Erschöpfungseffekts. Verhaltens- und Neurowissenschaften, 36, 683-684. doi: 10.1017/S0140525X13000952

Carter, E.C. & McCullough, M.E. (2014). Publikationsbias und das limitierte Stärkemodell der Selbstkontrolle: Wurde die Evidenz für Ego-Depletion überschätzt? Frontiers in Psychology, 5. doi: 10.3389/fpsyg.2014.00823

Hagger, M.S., & Chatzisarantis, N.L.D. (2014). Es ist verfrüht, den Ego-Depletion-Effekt als „zu unglaublich“ zu betrachten. Frontiers in Psychology, 5, 298. doi: 10.3389/fpsyg.2014.00298

Hagger, M. S., Wood, C., Stiff, C. und Chatzisarantis, N. L. D. (2010). Ego-Erschöpfung und das Stärkemodell der Selbstkontrolle: Eine Metaanalyse, Psychological Bulletin, 136, 495-525.